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Der Vesuv, der gefährlichste Vulkan Europas


Der Vesuv wird zu den gefährlichsten Vulkanen Europas gezählt und liegt in der Bucht von Neapel, gerade 9 km von der gleichnamigen Stadt entfernt. Gut eine Million Einwohner zählt  die Stadt Neapel selbst und nochmals knapp zwei Millionen Menschen leben in diesem außerordentlich fruchtbaren Gebiet um den Vulkan Vesuv und genießen die die „Nebenerscheinungen“ der Asche:

Der Fruchtbare Boden und das mediterrane Klima schenken diesem „Felix Campania“ den süßen  Wein genannt “Lacrima Cristi”, das  sonnengereifte Obst und Gemüse, das Wild vom Berg und den „Blaufisch“ vom Golf von Neapel. Das macht dieses Land zu einem wahren Feinschmecker Paradies.

Der Vesuv ist der einzige Vulkan Europas, welcher am Festland liegt und er ist unbestritten der Bekannteste und auch gefährlichste Vulkan unseres Kontinents! Buchen sie hier Ihren privaten Fremdenführer! Unser Team steht  Ihnen auch mit der professionellen Beratung gerne zur Seite!

 

Der Vesuv, der gefährlichste Vulkan Europas

Der Vesuv wird wissenschaftlich Somma-Vesuvio genannt. Er ist ein Doppelkrater, wobei im alten Somma-krater (ca. 25.000 Jahre) sich der relativ junge Vesuv im Jahre 79. n. Chr.  gebildet hat. Heute ist dieser ca. 1280 m hoch und hat einen 230 m tiefen Krater, der Fumarolen-Dämpfe ausstößt. Zu den vulkanologischen Vorkommnissen gehört auch der Flachkrater der „Flegräischen Felder“ oder auch Solfatara genannt, in Pozzuoli, außerhalb Neapels sowie der Mt. Epomeo auf Ischia. Wer es genau wissen will klickt hier! (wikipedia Vesuv)

Der Ausbruch von 79. N. Chr. ist allen im Gedächtnis geblieben. Einerseits durch die noch heute erhaltenen antiken Ausgrabungen von Pompeji, Herculaneum, Oplontis und Stabia, andererseits aber auch durch die Briefe des Plinius des Jüngeren an Tacitus und die Beschreibung dieses Ausbruchs und dessen Folgen.

Damals war der Mt. Somma, so nimmt man an 3000 m hoch, (ungefähr wie sein Cousin der Ätna in Sizilien heute): Die Einwohner dieses Gebiets waren an Erdbeben gewöhnt, schon 17 Jahre vor dem Ausbruch wurde ein Großteil der Städte, Bauernhöfe und Landvillen rund um den Vesuv von vielen kleineren und einem darauffolgenden starken Erdbeben heimgesucht, anschliessend aber auch wiederaufgebaut! ……Die Erde bebte weiter.

Laut Plinius war dieser Vulkan erloschen (vielleicht bezog er sich auch auf die naheliegenden Krater der „Brennenden Felder“  in seinen Werken „Historia Naturalis“). Sicher ist, daß Plinius der Ältere, Feldmarschall in Misenum, wo man noch heute die Piscina Mirabilis bestaunen kann,  von Freunden durch einen Kurier gebeten wurde, dessen Familie mit einem Schnellsegler zu evakuieren!

Lesen sie die Briefe Plinius des Jüngeren, um die Schreckensmomente des Ausbruchs nachvollziehen zu können!

Der Vesuv, der gefährlichste Vulkan Europas

Heute wird der Vesuv vom Vulkanologischen Observatorium (Nationales Institut für Geophysik und Vulkanologie) genauestens unter die Lupe genommen! Schon seit 1841 gibt es hier die  ersten Seismographen (Aufzeichnung der Sismen/Beben) sowie Auswertung der Analysen und Beobachtungen. Klicken Sie hier um die Beben des Vesuv des jetzigen Moments zu beobachten!

Dieses Observatorium ist natürlich von Weltweitem Interesse, denn es existieren viele andere „Explosive“ Vulkan-Typen auf der Welt (Mt. St. Helen – Washington, USA) und so ist es für alle von höchstem Interesse die Erfahrungen auszutauschen und – ein heikles Thema-  einen sicheren und praktischen Evakuierungsplan auszuarbeiten:

Das Gebiet um den Vesuv ist in verschiede farbige Zonen unterteilt und muss sofort VERLASSEN werden:

Die Gefahrenzone rot muss schon bei stärkeren Erdbeben und Rauchintensität evakuiert werden! 

Die Gefahrenzone orange (gelb) muss bei den ersten Eruptionen (vulkanische Explosion) endgültig verlassen werden 

die Gefahrenzone grün beim  fortschreiten der Lavaflüsse.

So steht es in der Theorie geschrieben.

Der Vesuv, der gefährlichste Vulkan Europas

Die Region und das Land haben für den Ausbau der Schnellstraße gesorgt, denn durch die engen Straßen der kleinen, süditalienischen Städtchen kommt man kaum weiter! Die einzelnen Orte und Städte sind verantwortlich für die Ausführung. Der genaue Plan wird jedes Jahr neu vom Zivil- und Katastrophenschutz (Protezione Civile) ausgearbeitet. Italien hat jedoch einen ausgezeichnetes System des Zivil- und Katastrophenschutzes – schnell und professionell –  auch im Ausland sofort zur Stelle! Ein wichtiger Teil liegt jedoch an den Schulen, welche die Kinder mit Projekten involvieren und automatisch auch die Eltern sensibilisieren.  Die Familien, welche in den Gefahrenzonen wohnen wissen, dass sie in ein ferngelegene Region ziehen müssen und nicht wieder in ihr zu Hause zurückkehren können! Jeden Frühling  gibt es eine Evakuierungsprobe!

Ich würde dies mit „Carpe diem“ übersetzen – genieße den Moment und mach das Beste draus oder: hinter mir die Sintflut!

Der Vesuv, der gefährlichste Vulkan Europas

Warum man sich hier ansiedelte? Wer nach dem Erdbeben 1980 kein Haus hatte, bevorzugte es eine Hütte am Fuße des Vesuvs zu erbauen, ansonsten war man obdachlos. Mit der Zeit wuchsen diese Gebäude zu herrlichen kleinen Villen mit fruchtbaren Gärten und einem traumhaften Blick auf den Golf und auf den Vesuv!

Dieser Blick vom höchsten Punkt des Vesuves lädt einfach ein zum Singen: „Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt….“ Böse Zungen behaupten, dass es bei weitem viel gefährlicher sei in Neapel die Straße zu überqueren, als am Fuße des Vesuvs zu wohnen – und ich denke sie haben nicht ganz unrecht!

Der letzten Aüsbruche waren übrigens am Ende des 2. Weltkrieges 1943/44 – aller guten Dinge sind 4: Krieg,  Erdbeben, Ausbruch und Cholera! Nur der Heilige Januarius konnte noch helfen!

Unser Team freut Sich auf Sie und die Vulkanologie!

Trekking am Vesuv

Spaziergang am Vesuv

Capri 25. März  2015

Cecilia Barbara Walch,

Fremdenführer aus Leidenschaft